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SPIELETEST
Dead Space Extraction
„Dead Space“ war eine der größten Überraschungen des letzten Jahres: Nur wenige Spiele zuvor konnten mit so einer packenden Horroratmosphäre aufwarten! Die derzeit im Internet herumgeisternden Gerüchte über einen zweiten Teil dürfen jedoch nicht das Wii-exklusive Prequel „Dead Space Extraction“ aus dem Bewusstsein der Spieler verdrängen – dieses steht dem 2008er Hit in puncto Qualität nämlich in nichts nach! „Dead Space Extraction“ erzählt, wie bereits angedeutet, die Vorgeschichte zu den Ereignissen in „Dead Space“. Ihr erfahrt, wie das übernatürliche Artefakt namens „Marker“ aufgetaucht ist und wie die Monster auf die Ishimura gelangt sind. „Dead Space Extraction“ ist ein ziemlich storylastiges Spiel, das sich trotz der Nintendo-Exklusivität in erster Linie (aber nicht nur) an die Kenner des Originals richtet. Mit schöner Regelmäßigkeit werden euch Story-Häppchen zugespielt – und die allermeisten sind interessant zu lesen bzw. zu hören. Der aus „Dead Space“ bekannte Hauptcharakter spielt in „Extraction“ natürlich noch keine Rolle. Ihr bekommt es auf der Wii dafür mit gleich vier neuen Hauptpersonen zu tun, müsst Isaac also keine Tränen nachweinen.

Im Gegensatz zum Erstling ist „Dead Space Extraction“ ein sogenannter On-Rails-Shooter. Das bedeutet, dass sich eure Spielfigur wie auf Schienen automatisch durch die Levels bewegt. Ihr müsst im Grunde nur zielen und schießen. Wie es sich für einen Sci-Fi-Shooter gehört, findet ihr im Laufe der Zeit allerlei mächtige Argumentationsverstärker. Neben „alten Bekannten“ gibt es auch einige neue Kanonen, doch nach wie vor am besten sind prinzipiell das Sturmgewehr sowie der Plasmacutter. Auch in „Dead Space Extraction“ geht es nicht darum, so viel Munition wie möglich auf die Feinde abzufeuern. Um Necromorphe zu töten, müsst ihr sie im wahrsten Sinne des Wortes auseinander nehmen. Schießt ihnen erst die Beine ab, um sie langsamer zu machen und kümmert euch dann um den Rest. Es ist wichtig, dass ihr eure Geschosse gut platziert, einen Überfluss an Munition habt ihr nämlich grundsätzlich nicht. Außerdem kommen euch einige Viecher sehr schnell sehr nah, wenn ihr sie nicht zurückdrängt. Notfalls könnt ihr zwar einen Nahkampfangriff ausführen, doch richtet dieser kaum Schaden an, sondern wirft den jeweiligen Feind nur ein paar Meter nach hinten.

Das Zielen mit der Wiimote klappt wunderbar einfach und präzise, wenn ihr wollt, könnt ihr auch den Zapper zum Einsatz kommen lassen (ihr wisst schon, dieses Plastikding, in das Wiimote und Nunchuk eingesetzt werden können). Das wertet die Spielerfahrung aber keinen Deut auf (macht sie wiederum jedoch auch nicht schlechter). Euer Raumanzug, der RIG, ist keineswegs schwer gepanzert, nach ein paar Treffern geht ihr also zu Boden. Auch die Tatsache, dass ihr manchmal Gesundheits-Upgrades freischaltet, ändert daran nichts. Es mag zwar auf den ersten Blick so aussehen, als sei „Dead Space Extraction“ ein stumpfes Ballerspiel, doch spielt Strategie eine Rolle, die ihr nicht unterschätzen solltet. Kinese und Stase, zwei Spezialfunktionen des RIG, vereinfachen euch mitunter das Abenteuer. Mit Kinese könnt ihr Objekte durch die Gegend bewegen, ohne sie dafür in die Hand nehmen zu müssen. Stase verlangsamt die Umgebung hingegen. Besonders dann, wenn ihr es mit schnellen Feinden zu tun habt, ist das sehr sinnvoll, könnt ihr deren Körperteile so doch viel einfacher anvisieren.

Wenn ihr einen Freund zu Besuch habt, könnt ihr mit diesem den Storymodus auch gemeinsam angehen. Über das Internet dürft ihr euch leider keine Mitspieler suchen. „Dead Space Extraction“ macht auch zu zweit viel Spaß, doch im Eifer des Gefechts kann es schnell passieren, dass ihr euer Fadenkreuz mit dem eures Freundes verwechselt und etwas verwirrt seid. Wirklich tragisch ist das aber nicht. Mit maximal zehn Stunden Spielzeit (abhängig von euren Fähigkeiten) ist der Storymodus nicht übermäßig umfangreich, allerdings werden im Laufe der Zeit einige Herausforderungslevels freigeschaltet, welche die Spielzeit erhöhen. In diesen bekommt ihr es mit noch mehr Monstern zu tun (was auch sonst?). Die Grafik von „Dead Space Extraction“ sieht für Wii-Verhältnisse sehr gut aus. Die Monster sind richtig schön ekelig. Und es sieht sehr gemein aus, wenn ihr sie auseinanderpflückt. Die sehr gute Optik sorgt gemeinsam mit dem noch besseren Sound dafür, dass die Atmosphäre des Spiels überaus unheimlich ist. Das war bisher in nur ganz wenigen Wii-Spielen der Fall. „Dead Space Extraction“ ist daher bestens für dunkle Winterabende geeignet!
 
Autor: Frederik  Seite: [1] [Fazit/Wertung]
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