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Nachdem „Mega Man 8“ bei Fans so beliebt war wie eine Gruppe Schalke-Fans auf dem Borsigplatz, hat sich Capcom für den neunten Teil auf die Zeit zurückbesonnen, in der das Gras noch grün und der Himmel noch blau war. Der neue, alte Stil kam an und „Mega Man 9“ avancierte zum Erfolg. Getreu dem Motto „never change a running system“ baut auch das neue „Mega Man 10“ auf 8 Bit auf. Ob der Download auf Nintendo Wii, PlayStation 3 oder Xbox 360 seine zehn Euro wert ist, erfahrt ihr in diesem Review! Im Gegensatz zum neunten Teil könnt ihr dieses Mal zu Beginn wählen, ob ihr den blauen Knilch oder seinen Bruder Proto Man spielen wollt. Proto Man ist etwas stärker als Mega Man, doch nimmt er dafür mehr Schaden. Auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad ist das noch nicht wirklich ein Problem, auf den beiden höheren sieht das hingegen anders aus. Das Herz des Spiels ist der Story Modus mit seinen rund ein Dutzend Levels. In den ersten acht Levels (die Reihenfolge bestimmt ihr selber) müsst ihr jeweils einen Robot Master besiegen und zuvor natürlich vielen Hindernissen und Feinden entgehen. Der Aufbau der Levels ist unspektakulär wie eh und je, was aber nichts am hohen Anspruch an eure Fähigkeiten ändert: Auf „Easy“ richten Feinde bei euch nur wenig Schaden an, außerdem sind viele Abgründe abgedeckt, damit ihr nicht so leicht abschmiert. Für echte Fans der Serie ist „Easy“ daher keine legitime Wahl.
„Normal“ ist da schon ein ganz anderes Kaliber, wobei „Hard“ noch einmal einen gewaltigen Satz darstellt. Auf „Hard“ erleidet ihr nicht einfach mehr Schaden oder findet weniger Energie, sondern müsst euch mit viel mehr Feinden und anderen Angriffstaktiken der Robot Masters herumschlagen. Die Kämpfe mit diesen Früchtchen sind die Höhepunkte des Spiels, nach jedem Sieg erhaltet ihr eine neue Waffe. Prinzipiell könnt ihr jeden Robot Master mit eurer Standartwaffe besiegen, doch ist jeder gegenüber einer besonderen Waffe ganz extrem anfällig. Wenn ihr auf „Normal“ respektive „Hard“ spielt, seid ihr gut beraten, wenn ihr die Schwächen eurer Gegner kennt! Theoretisch ist es möglich, den Story Modus von „Mega Man 10“ in weniger als einer Stunde durchzuspielen. Auf „Easy“ dürfte euch das selbst dann beim ersten oder zweiten Mal gelingen, wenn ihr ein totaler Noob seid. Aber keine Sorge, das Spiel bietet noch deutlich mehr! Relativ unspektakulär ist der Time Attack Modus, der eben genau das bietet, was der Name vermuten lässt: Hier müsst ihr die einzelnen Levels so schnell wie möglich abschließen. Überragend unterhaltsam ist der Challenges Modus. Dieser hält 88 Herausforderungen für euch parat, die ihr nach und nach freischaltet. Und „Herausforderungen“ bedeutet in diesem Zusammenhang in der Tat „Herausforderungen“. Bereits die ersten sind nicht von schlechten Eltern, doch die folgenden sind richtig fies – im positiven Sinne.
Alles in allem warten viele Stunden knallharte Unterhaltung auf euch. Für die Zukunft sind auch bereits „Download-Inhalte“ angekündigt, im April wird es zum Beispiel mit Bass einen dritten spielbaren Charakter geben. Die Begeisterung darüber wird sich vermutlich in Grenzen halten, aber es wird ja garantiert auch neue Herausforderungen oder ähnliches geben. Grafisch ist „Mega Man 10“ für alle, die vor 20 Jahren noch nicht gezockt haben, natürlich erst einmal abschreckend. Aber das ist gewollt, das Spiel will überhaupt nicht modern aussehen (oder sich so spielen). Das gilt ganz genau so auch für den Sound: Fans werden ihn lieben, für alle anderen klingt er nach Glücksspielautomat in der Pommesbude.
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