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Die „Harvest Moon“ – Serie ist bekannt wie ein bunter Hund, der Name „Rune Factory“ ist zumindest bei uns in Deutschland noch nicht so verbreitet. Mit „Rune Factory Frontier“ dürfte sich das nun aber ändern. Da auf der Packung „Part of the Harvest Moon Family“ steht, wird sich der eine oder andere fragen, was es denn mit diesem „Rune Factory“ auf sich hat. Diese Frage ist einfach zu beantworten: „Rune Factory“ ist ein in Bezug auf das Leben als Bauer abgespecktes Spiel, das jedoch zusätzlich einige Gewölbe mit fiesen Monstern für euch parat hält. „Rune Factory Frontier“ versetzt euch in die Rolle des feminin wirkenden jungen Mannes Raguna, der unter Amnesie leidet. Euer Alter Ego hat sich erst vor kurzer Zeit in Trampoli niedergelassen und einen kleinen Bauernhof aufgebaut. Ein wesentlicher Bestandteil des Spiels ist also die Bewirtung von Feldern. Ihr grabt diese um, sät Pflanzen aus, bewässert diese und holt dann irgendwann auch die Ernte ein. Im Vergleich zu „Harvest Moon“ gibt es keine Tiere – zumindest keine normalen. Ihr könnt einige Geister einsammeln und sogar Monster domestizieren. Wenn ihr einen guten Draht zu eurem Viehzeug habt, hilft dieses euch auf euren Feldern und begleitet euch bei euren Abenteuern. Relativ viel Zeit verbringt ihr auf der fliegenden Walinsel, wo die unterschiedlichsten Monster leben. Mit den allermeisten könnt und müsst ihr euch kloppen, denn euer neues Heimatdorf Trampoli ist permanent in Gefahr.
Falls ihr euch erhofft hattet, dass ihr hier tiefgründige und überaus anspruchsvolle Kämpfe austragen könnt, dann dürftet ihr jetzt enttäuscht sein: In „Rune Factory Frontier“ seid ihr erfolgreich, wenn ihr einfach irgendwie draufhaut. Ihr benötigt keine ausgefeilten Strategien. Das macht das Spiel jedoch nicht weniger interessant, da es abseits der Kämpfe so viel zu tun gibt. Ihr erntet ja nicht nur Gemüse, sondern baut auch euer Haus aus, erkundet die Spielwelt und macht regelmäßig einen Abstecher ins Dorf. Dort könnt ihr zum Schmied gehen und neue Werkzeuge kaufen, der Taverne einen Besuch abstatten und allerlei interessante Charaktere treffen. Mit diesen dürft ihr euch nicht nur ausgiebig unterhalten – mit den Mädels könnt ihr sogar flirten und mit einer eine Beziehung anfangen. Die sozialen Aspekte kommen in „Rune Factory Frontier“ definitiv nicht zu kurz, was das Spiel umso interessanter macht: Niemand schreibt euch vor, was ihr zu tun habt. Wenn ihr an einem Tag mal keine Lust habt, ein paar Monster zu verhauen, könnt ihr auch einfach in die Stadt gehen und mit den Leuten reden und ihnen Geschenke machen. Selbstverständlich mögen nicht alle die gleichen Sachen, weshalb ihr erst einmal herausfinden müsst, wem was gefällt – und da helfen nur noch mehr Gespräche. Das Design der ganzen Charaktere ist im Übrigen typisch japanisch, ihr dürft euch also über tolle Anime-Portraits und große Kulleraugen freuen.
Beeindruckend ist, dass es eine Taste extra für das in-den-Himmel-sehen gibt. Welches andere Spiel bietet so etwas? Im Himmel ist zwar nicht viel los, doch unterstreicht dieses Feature, dass es in „Rune Factory Frontier“ nicht um Hektik geht. Die Welt des Spiels folgt ihrem Kreislauf und ihr könnt euch problemlos mehrere Stunden am Stück unterhalten, ohne einen Fortschritt in der Geschichte gemacht zu haben. So viel wie in „Animal Crossing“ gibt es zwar nicht zu tun, aber doch mehr als in den allermeisten anderen Spielen. Einen Mehrspielermodus bietet „Rune Factory Frontier“ allerdings nicht. Es wäre zwar komisch, wenn da auf einmal mehrere Ragunas durch die Gegend flitzen würden, doch wäre es sicherlich witzig gewesen, mit einem Freund die Felder zu bestellen und Monster zu verhauen. In Japan ist „Rune Factory Frontier“ bereits vor fast zwei Jahren erschienen, die Optik ist entsprechend etwas angestaubt. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass das Spiel in irgendeiner Art und Weise hässlich ist – das ist es nämlich definitiv nicht. Doch bei aller Liebe zu den Anime-Portraits schwächeln manche Umgebungsgrafiken einfach etwas. Auf den Spielspaß wirkt sich das aber nicht aus. Die dargebotene Hintergrundmusik kann schlussendlich auch überzeugen. Sie ist atmosphärisch und ruhig, was wunderbar zum Flair des Spiels passt.
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| SCREENSHOTS |
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